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Sie haben einen Igel gefunden - Bitte stellen Sie zunächst fest, ob er hilfsbedürftig ist!

Igel sind nachtaktive Tiere, trifft man sie tagsüber an und stellt eine Hilfsbedürftigkeit fest, erlaubt das Naturschutzgesetz ausnahmsweise die art- und pflegegerechte Aufnahme.
Mit der Aufnahme eines Igels haben Sie die Verantwortung für das Tier übernommen! Bevor Sie nun Pflegemaßnahmen einleiten, machen Sie sich sachkundig! Informieren Sie sich bei uns in der IGEL-Beratungsstelle. Bedenken Sie aber, dass ihre Verantwortung nicht damit erledigt ist, indem Sie das Tier bei uns nur abgeben. Wir begutachten und untersuchen zwar jeden bei uns vorge-stellten Igel, leisten auch 1. Hilfe, aber wir können nicht jeden Igel bei uns aufnehmen. Wir geben Ihnen Hinweise zur artgerechten Pflege und Hilfestellung.

Kriterien für die Hilfsbedürftigkeit:
  1. Verletzte Igel oder solche, die womöglich tagelang ohne Futter und Wasser in Lichtschächten, leeren Schwimmbecken oder ähnlichem gefangen waren.
  2. Kranke Igel. Man erkennt sie meist daran, dass sie tagsüber herumlaufen, - torkeln oder -liegen. Sie sind oft apathisch, kühl, rollen sich kaum ein, sind häufig mager. Hinter dem Kopf sieht man eine Einbuchtung, Schultern und Hüftknochen bilden sich deutlich ab. Die Augen sind nicht rund, sondern schlitzförmig und eingefallen. Tagaktivität ist beim Nachttier Igel immer ein Alarmzeichen. Eine Ausnahme bilden allerdings aufgestörte Igel. Zerstört man z.B. bei Gartenarbeiten ein Igelnest, sucht sich auch ein gesundes Tier tagsüber einen neuen Unterschlupf.
  3. Verwaiste Igelsäuglinge, die sich tagsüber außerhalb des Nestes aufhalten, geschlossene Augen und Ohren haben und evtl. unterkühlt sind (frühestens ab Juni/Juli, meist im Aug./Sept.) 
  4. Igel, die bei Dauerfrost und Schnee angetroffen werden.

Hilfsbedürftige Tiere sind im Frühjahr: (trifft auch auf das ganze Jahr zu) Hilfsbedürftige Igel im Spätsommer (Ende August/September) Hilfsbedürftige Jungtiere im Herbst: Hilfsbedürftige Igel im Winter:

Erste Hilfsmaßnahmen:

verletzte Igel:
Bitte umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Erste-Hilfsmaßnahmen können auch durch die IGEL-Beratungsstelle durchgeführt werden.


von Maden befallene Igel:
unbedingt einen Tierarzt oder Igelberatungsstelle aufsuchen. Die deutlich erkennbaren weißlichen Maden sitzen besonders in Körperöffnungen. Mann muss sie sofort sorgfältig mit einer Pinzette absammeln und/oder mit einer harten Zahnbürste entfernen.


Zecken- und Flohbefall:
Baden Sie Igel nicht! Beachten Sie bei Floh- oder Zeckenbefall unsern Link Parasiten .Lassen Sie Flöhe und Zecken am besten vom Tierarzt oder durch uns entfernen.

torkelnde Igel:
Ruhigstellen und auf eine mit Handtuch umwickelte mäßig warme Wärmflasche setzen.


unterernährte Igel:
Futter aus einem Gemisch von Katzenfeuchtfutter und Trockenfutter und/oder Haferflocken in einem kleinen Schälchen anbieten oder auch angebratenes Rührei oder Hackfleisch geben. Zusätzlich eine Schale Trinkwasser dazustellen - keine Milch!


unterkühlte Igel:
müssen aufgewärmt werden. Eine Unterkühlung ist vorhanden, wenn sich das Tier an der Bauchseite deutlich kälter anfühlt, als Ihre Hand. Eine mit gut handwarmem Wasser gefüllte Gummiwärmflasche - kein Heizkissen! - umwickelt man mit einem Frotteehandtuch und legt sie in einen passenden, hochwandigen Karton. Darauf setzt man den Igel und deckt ihn mit einem weiteren Handtuch zu.

unterkühlter Igel


zu leichte Jungigel: (Anfang November deutlich unter 500 g Gewicht)
Bevor Sie diese Igel zur Pflege oder Überwinterung ins Haus holen, informieren Sie sich darüber bei uns. Wir haben die erforderlichen Informationen dazu.


mutterlose Igelsäuglinge:
Verwaiste Igelbabys, die nach der Mutter fiepend gesichtet werden, brauchen sofort Hilfe! Die Meinung, man solle erst abwarten, ob die Mutter wieder kommt, ist überholt: Die Igelin geht nachts auf die Pirsch, am Tage säugt sie die Kleinen. Verlassene Igelbabys in ein warmes Handtuch legen und umgehend die IGEL-Beratungsstelle informieren. Die Aufzucht gehört in erfahrene Hände und gelingt nur mit einer speziellen Ersatzmich (Esbilac vom Tierarzt).

Igel sind keine Haustiere und kein Kinderspielzeug, sondern geschützte Wildtiere. Unterlassen Sie unbedingt Zähmungsversuche!