Fragen
Soll man einem kranken Igel helfen?
Der Begriff von der "natürlichen Auslese" wird häufig von Gegnern der Igelhilfe benutzt. Menschengemachte Gefahren, die den Igeln drohen, haben aber nichts mit natürlicher Auslese zu tun! Jedes Jahr werden Hunderttausende gesunder Igel überfahren Weiterhin verändern wir unsere Umwelt fast täglich, fast immer zum Nachteil vieler wildlebenden Tiere.
Die Hilfe für kranke und verletzte Igel wird einem zu befürchtenden Rückgang der Igelpopulationen wenig oder nichts ändern können. Sie ist jedoch ein ethisches Gebot. Wir haben der Natur so viel zu verdanken, da ist es nur Recht und billig, wenn wir hilfsbedürftigen Tieren helfen.
Forschungen haben außerdem zweifelsfrei belegt, das sich sachgerecht gesund gepflegte Igel wieder voll in die Natur eingliedern und vermehren.
Igel gefunden? - Dann ab damit in die Igelstation?
Ganz so einfach ist das nicht! Mit der Aufnahme eines Igel muss sich der Finder darüber im Klaren sein, dass er jetzt die Verantwortung für das Tier übernommen hat. Alle Igelstationen sind Initiativen von Privatleuten oder gemeinnützigen Vereinen, so auch unsere IGEL-Beratungsstelle, die ehrenamtlich getragen werden. Besonders im Spätherbst, der "Hauptsaison", kann eine Igelstation aus räumlichen, personellen und finanziellen Gründen nicht jedes hilfsbedürftige Tier aufnehmen.
Auf fachliche Unterstützung muss ein Finder jedoch nicht verzichten. Kranke Stacheltiere werden jedoch, zumindest in der ersten, kritischen Zeit fast immer aufgenommen.
Eine Igelstation kann aber nur dann vielen Igeln helfen, wenn sie wie ein Krankenhaus funktioniert: Ist der Patient auf dem Weg der Gesundung, wird er zurück in die häusliche Pflege gegeben. Igel haben keine gesetzliche Krankenkassenversorgung. Ihre Heilbehandlung finanzieren Tierfreunde fast nur aus Spenden.
Ist es Stress für den Igel?
Igel sind keine Haustiere, die sich an den Umgang mit Menschen gewöhnt haben. Jede Berührung, fremde Geräusche, jeder Wechsel der Umgebung stresst und beängstigt einen Igel. Auf jede unnötige Handlung, die ihn beunruhigen könnte, sollte man, bis auf das wirklich nötigste, verzichten. Ein "zahmer" Igel ist meistens zu schwach oder verhaltensgestört, um sich zu wehren. Igel als Haustiere umzufunktionieren ist Tierquälerei und gesetzlich verboten. Es sind Wildtiere und das sollen sie auch bleiben.
Papier oder Laub und Stroh?
Nicht nur zum Auslegen eines Igelgeheges ist Papier ideal, sondern auch als Polstermaterial im Schlafhäuschen. Es ist kostenlos, steht in beliebiger Menge zur Verfügung, ist trocken, sauber und saugfähig. Bei Verschmutzung ist es schnell erneuerbar und problemlos zu entfernen. Lose Materialien, wie Torf oder Erde, Heu Stroh und Laub, verkleben im feuchten Zustand. Auf Katzeneinstreu sollte, weil es sehr staubig ist ganz verzichtet werden.
Mit den Pfoten und der Nase werden diese Substanzen vom Igel häufig ins Trinkwasser und Futter getragen. In den "natürlichen" Stoffen kann man zudem den Kot nur schlecht finden und begutachten. Dieser aber gibt wichtige Hinweise auf den gesundheitlichen Zustand des Igels her. Beim Gebrauch von Zeitungspapier sind Allergien oder sonstige nachteilige Folgen noch nie beobachtet worden. Igel unterscheiden nicht nach "natürlich" und "künstlich" - Hauptsache sie können sich darin verkriechen.
Übertragen Igel Krankheiten?
Die Innenparasiten des Igel sind "wirtsspezifisch", d.h. sie können nur im Igel, aber nicht im Menschen leben. Bei den Außenparasiten und bei Hautpilzen oder bakteriellen Infektionen ist das jedoch anders. Hier ist die Gefahr einer Übertragung auf den Menschen möglich. Deshalb sollten die Grundregeln der Hygenie stets peinlich genau beachtet werden. Nach jedem Kontakt mit einem kranken Tier sollte man sich die Hände waschen. Der Gebrauch von stachelsicheren Handschuhen ist ratsam. Beim Kontakt mit Artgenossen, Haustieren oder den Menschen können sich umgekehrt Igel auch infizieren. Deswegen ist die Einzelhaltung von Igelpfleglingen dringend nötig!
Ist der Igelbau im Garten bewohnt?
Mit einem einfachen Trick können sie dies feststellen. Stecken sie vor dem Eingang einen dünnen Zweig oder einen Strohhalm in die Erde. Der Igel muss diesen dann wegschieben, wenn er seinen Schlafplatz verlassen oder aufsuchen will.