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Aktuelles



Wir sind bemüht, diese Seite stets auf dem möglichst aktuellen Stand zu halten.

Letzte Änderung am: 7. Juni 2008

Der aktuelle Tätigkeitsbereich geht bei uns immer vom 01. Juli eines Jahres bis zum 30. Juni des nächsten Jahres. In der Zeit vom 01.07.2007 bis 30.05.2008 hatten wir 43 Igel in unserer Pflegestation aufgenommen und ihnen notwendige Hilfe zukommen lassen.
An dieser Stelle möchten wir noch einmal erwähnen, dass der Begriff „Pflegstation“ bei unserer Tätigkeit nur an 2. Stelle steht. Unsere Hauptaufgabe sehen wir in der Beratung wenn es darum geht, einem hilflosen, kranken oder pflegebedürftigen Igel die notwendige Hilfe zukommen zu lassen. Aus diesem Grund nehmen wir auch nur hilflose Igel in Pflege, wo der Laie nicht weiter helfen kann, weil notwendige tiermedizinische Behandlung erforderlich ist. Mit der Aufnahme eines Igel hat erst einmal der Finder die weitere Verantwortung übernommen Wir verfügen nur über eine begrenzte Möglichkeit pflegebedürftige Igel zu versorgen. Zeit- und Kostenaufwand spielen dabei auch bei uns eine große Rolle. Allein in der Igel-Saison 2007/08 sind uns an Kosten für Medikamente, Futter und Fahrkosten Aufwendungen in Höhe von über 2.000 € entstanden. Zu etwa 80% konnten diese Kosten durch freiwillige Zuwendungen abgedeckt werden.
Wir sind leicht verstimmt, wenn wir von Igel-Findern immer wieder zu hören bekommen: „Wenn Sie den Igel nicht aufnehmen, dann dürfen Sie sich nicht Pflegestation nennen.!“ Das tun wir ja gar nicht! Wir nennen uns nicht umsonst „IGEL-Beratungsstelle“.

Mit 43 aufgenommenen, pflegebedürftigen Igeln waren wir, in der fast abgelaufenen Igel-Saison, schon an den Grenzen unserer Möglichkeiten angekommen. Das diese Pflegemaßnahmen trotzdem zum überwiegenden Teil erfolgreich abgeschlossen werden konnten, ist nur möglich gewesen, weil mir einige Personen uneigennützige Hilfestellung zukommen lassen haben. An dieser Stelle möchte ich mich dafür ganz herzlich bei meiner Frau Monika, Familie Reimann-Scholz (Hameln-Afferde) und bei Christina Huhnke (Hameln-Hastenbeck) bedanken. Und natürlich auch bei Hamelner Tierärzten, die mir kostenfreie Hilfestellung gegeben haben. Natürlich kann ich hier nicht über die Pflegeberichte aller aufgenommenen Igel berichten, denn das würde den Rahmen sprengen. Über einige Pflegefälle möchte ich nachfolgend aber doch einmal berichten:

1.Pflegefall 19.07.2007

Dieser untergewichtige Igel mit einem starken Wurmbefall wurde uns von der Tierärztin Dr. Reinecke nach Erstbehandlung zur weiteren Pflegebehandlung übergeben. Reiner, ein Igelmännchen, konnte nach erfolgreicher Aufbau- und Wurmbehandlung am 01. August wieder an einem geeigneten Ort ausgesetzt werden.

pflegefall 19.07.2008


2. Pflegefall: 21.07.2007

Igelmännchen Monker: Dieses Igelmännchen wurde morgens um 6 Uhr von Meiner Frau, auf dem Weg mit dem Fahrrad zur Arbeit, verletzt am Straßenrand gefunden. Sie hat den Igel sofort aufgenommen und ihn in unsere Pflegestation gebracht und damit in Kauf genommen, zu spät zu ihrer Arbeitsstelle zu kommen. Der Fundort war ganz in der Nähe unserer Wohnung. (Ob der Igel wusste, wo ihm notwendige Hilfe geboten wird?) Monker hatte eine verletzte, blutende Schnauze, wahrscheinlich von der unglücklichen Begegnung mit einem Auto. Nach einer aufwendigen Wundbehandlung und einer Antibiotika-Kur, machte die Genesung rasche Fortschritte. Am 06.08. konnten wir ihn, in einem geeigneten Naturgarten in Hameln-Hilligsfeld, wieder in die Freihei entlassen.

pflegefall 21.07.2007


8.- 11. Pflegefall: 26.08.2007

Aufnahme von 4 verwaisten Jungigel aus Hehlen. Gewicht zwischen 40 und 48 g. Für einen Igel kam allerdings jede Hilfe zu spät, wahrscheinlich hervorgerufen durch eine unglückliche Begegnung mit einem Hund oder Katze. Er verstarb schon zwei Stunden nach Aufnahme bei uns. Die anderen drei Geschwister konnten jedoch dank Esbilac-Milch und später mit richtiger Aufbaunahrung großgepäppelt werden. Da der Fundort in Hehlen denkbar ungeeignet war. Wurden sie an einem anderen geeigneten Ort Anfang Oktober erfolgreich wieder in die freie Natur ausgesetzt.

pflegefall 26.08.2007


14. – 20. Pflegefall 10.09.2007

7 verwaiste Igeljunge wurden sich in einer Werkstatt in Hameln-Afferde gefunden. Da sie mit einem durchschnittlichem Gewicht von 145 g zu diesem Zeitpunkt untergewichtig waren, wurden auch sie in Pflege genommen. Hier war es erfreulich, dass sie vom ersten Tag an gleich selbständig von der angebotenen Katzenfutter fraßen. Zu unserer Entlasstung wurden die Tiere Anfang Oktober der Familie Reimann-Scholz zur weiteren Pflege übergeben (das erste Mal, dass sie von uns 6 auf einen Streich übernommen haben) Aber auch diese Meisterprüfung hat Familie Reimann Scholz mit Erfolg bestanden. Ende Oktober konnten sie erfolgreich in großen, naturnahen Garten ausgesetzt werden.

pflegefall 10.09.2007


29. und 33. Pflegefall Nov. und. Dez. 2007

Zwei für die Jahreszeit noch untergewichtige Igel wurden von Christina Huhnke aufgenommen. Dort wurden sie überwintert und konnten Ende April 2008 in bester Verfassung wieder der freien Natur übergeben wrden.

Pflegefall Nov. und. Dez. 2007


34. Pflegefall Nov. 2007 bis April 2008

Pflegefall Bongo
Unser schönstes Erlebnis hatten wir in dieser Igelsaison mit Bongo. Am 26.11.2007 wurde am Fundort in Hameln ein Igel von uns begutachtet. Er war von der Finderin in einem Maschendrahtzaun in 1 m Höhe entdeckt worden. Bei der Begutachtung konnte von uns anfangs kein Lebenszeichen mehr festgestellt werden. Erst beim Abhören mit dem Stethoskop war noch ein ganz schwacher Herzschlag wahrzunehmen. Umgehend wurde er in unsere Pflegestation gebracht und erst einmal auf eine Wärmflasche gesetzt. Schon kurz danach kam wieder Leben in das kleine 410 g schwere Kerlchen zurück. Er machte erste Laufversuche in der Pflegebox. Das angebotene Futter blieb aber vorerst unbeachtet. Auffällig war aber sofort, dass er sein linkes Vorderbein nicht bewegen konnte. Das war also ein sogenannter "Intensivfall". Igel mit verletztem oder steifen Hinterbein haben durchaus eine Lebenschance. Bei einem nicht gebrauchsfähigen Vorderbein ist die Chance aber fast gleich Null. Dies bestätigte uns auch die heimische Tierärztin sowie Frau Siebert von der ISGI Hannover. Mit dem Ratschlag, dass Tier einzuschläfern, konnte ich mich jedoch nicht abfinden. Bongo schleppte sich ab den nächsten Tag immer wieder ans Futter und fraß selbstständig. Nachdem er erst einmal wieder bei Kräften war bekam er eine Behandlung mit Antibiotika und eine notwendige Wurmkur. Bongo blieb immer überdurchschnittlich scheu und ängstlich. An Gewicht nahm er stetig zu. Trotz der Heilbehandlung zeigte sich in Bezug auf das steife Vorderbein keine Heilung. Am 13.11.2008 ging Bongo in den Winterschlaf, den er am 16.04.2008 beendete. Als ich ihn dann das erste Mal wieder begutachtete, traute ich selbst kaum, was ich da sah. Bongo lief wieder ganz normal. Sein Winterschlaf war also auch gleichzeitig ein Genesungsschlaf gewesen. Genauso hocherfreut war dann auch die Finderin von Bongo, als ich ihr das Ergebnis mitteilte. 10 Tage später konnte Bongo dann seinem bekannten Lebensraum wieder in Besitz nehmen. Das sind Momente, wo man sich sagt, dass all die Aufwendungen für einen hilflosen Igel sinnvoll sind.

pflegefall Nov. 2007 bis April 2008


44. Pflegefall 02. 06. 2008

Mittags erreichte mich ein Anruf von Frau Lindenberg aus Bad Pyrmont (den Namen erwähne ich hier ausnahmsweise, weil er ja auch in der heimischen Presse erwähnt wurde – siehe auch unter Presse aktuell). Was ich dort zu hören bekam, war so ziemlich das härteste, was ich bislang erfahren habe. Da hatten Jugendliche wirklich eine (mir fehlen dafür die Worte!) abartige Begegnung mit einem Igel gehabt. Am nächsten Tag konnte ich leider erst bei der Finderin vorstellig werden. Was ich begutachten konnte, war ein Igel in einem jammervollen Zustand. Keine Frage, dass ich den Igel umgehend zur weiteren Pflege in unsere Pflegestation übernommen habe. An dieser Stelle möchte ich meine Anerkennung aussprechen, an Frau Lindenberg, die sehr viel Mühe und Aufwendungen für die Erstversorgung des Igels aufgebracht hat (allein die Erstbehandlung von einem Tierarzt hat ca. 120 € gekostet). Was hatte ich mir da aufgehalst? Allgemeiner Zustand des Igels: Beide Hinterbeine gefühllos und ohne Reflexe, das linke Auge stark in Mitleidenschaft gezogen, die Stacheln im Kopfbereich stark versenkt! Selbstständig nahm Willi, so wurde er von der Finderin getauft, keine Nahrung auf. Das hieß für mich: alle 4 Stunden Fütterung mit der Einwegspritze, rund um die Uhr vornehmen (mit einem spezial zubereiteten Nahrungsbrei). Begleitend dazu eine Antibiotika-Kur, zusätzlich eine Hömopatische Behandlung und vor jeder Nahrungsverabreichung Bewegungsgymnastik mit den steifen Hinterbeinen. Jeder neue Tag brachte Fortschritte bei der Genesung des Igels. Nach 5 Tagen konnte ich nachts die 2-Uhr-Fütterung einstellen, da er selbstständig ans Fressen ging. Nur tagsüber wollte Willi nicht auf seine Fütterung mit der Einwegspritze verzichten und auch die Gymnastik schien ihm zu gefallen. Am 13. 06. war dann aber doch noch einmal eine Vorstellung bei einem Tierarzt erforderlich. Diagnose: an der rechten Vorderpfote war eine Zehe stark geschwollen, die mit Sicherheit gebrochen war. Da war eine tierärztliche Behandlung unumgänglich. Ab den 15.06. führte die tägliche Gymnastik zu ersten Erfolgen. Willi zeigte bei seiner Fortbewegung, dass er seine Hinterbeine zunehmend mehr benutzte. Bleibt also abzuwarten, wie sich die Sache weiterentwickelt. Wir haben die Hoffnung, dass die Bemühungen um Willi nicht umsonst sind. Da denkt man dann nicht mehr an Zeit- und Kostenaufwand. Zwei kleine, dunkle Igelaugen, die einem täglich anschauen, sind das schönste Danke schön für alle die entstandenen Mühen.

pflegefall Nov. 2007 bis April 2008


Und noch einen Höhepunkt aus der Igelsaison 2007/08 möchten wir den Nutzern unserer Homepage nicht vorenthalten:

12.09. und 08.11.2007 Fernsehsender VOX besucht unsere Pflegestation Fast 7 ½ Stunden dauerten im September 2007 Dreharbeiten eines Filmteams vom Fernsehsender VOX in unserer Pflegestation. Herausgekommen sind dann 12 Minuten Sendezeit, die am 08.11.2007 ausgestrahlt wurden. Herausgekommen ist ein gelungener Zusammenschnitt unserer Tätigkeiten. Schade, dass so manche schöne Szenen dem Schnitt zum Opfer fielen. Bedauerlich auch, dass wir diesen Beitrag aus urheberrechtlichen Gründen nicht auf unsere Homepage einstellen dürfen. Wer aber doch einmal in diesen Beitrag reinschauen möchte, der kann sich bei uns eine DVD-Aufzeichnung einmal ausleihen. Wir sind verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass der Gebrauch nur für den privaten Zweck erlaubt ist.

VOX-Bericht


Zum Schluß noch ein paar Fotos aus den letzten 11 Monaten:

pflegefall

Nur 34 g schwer, dieser wenige Tage alte Jungigel


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Nach der Fütterung: Verdauungsschlaf im Kreis der Geschwister


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aller Anfang ist mühselig, Fütterung mit der Einwegspritze


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Zweimal hat es Benny geschafft aus ihrem Gehege auszubrechen
und im Keller auf Entdeckungstour zu gehen.


Abschluß für die Igel-Saison 2007/2008

Wieder ist bei uns ein Igeljahr zu Ende gegangen. Da blickt man natürlich gerne auf die vergangenen Tätigkeiten zurück. Man denkt dabei natürlich an erster Stelle an die vielen positiven Erfolge. Die Mühe, der Aufwand und auch einige negative Begebenheiten stehen da erst einmal hinten an.

Insgesamt 44 Igelpflegefälle haben wir in diesem Jahr bei uns aufgenommen. Hinzu kommen noch 2 Pflegefälle, die von der Familie Reimann-Scholz ohne Zwischenstation bei mir aufgenommen wurden. 10 von den 44 Pflegefällen wurden, nachdem sie keine fachgerechte medizinische Pflege mehr benötigten, ebenfalls von Familie Reimann Scholz zur weiteren Pflege von uns übernommen. Und 2 Igel hat uns auch Christina Huhnke zur notwendigen Überwinterung abgenommen. Es soll hier aber nicht verschwiegen werden: Von den 46 Pflegefällen kam für 11 Igel leider unsere fachliche Hilfe zu spät. Das hört sich im ersten Augenblick zwar sehr viel an, man bedenke aber, dass bei einigen Tieren die gesundheitlichen Beschwerden schon so weit fortgeschritten waren, dass hier jede erforderliche Hilfe nicht mehr zum Erfolg geführt hat. Ich kann hier mit reinem Gewissen sagen: „Es hat jedes Mal sehr weh getan!“

Neben den aufgenommenen Pflegefällen habe ich in diesem Igeljahr aber auch 166 BvO (Begutachtungen vor Ort) vorgenommen. Dafür und für Einkäufe, Tierarzt besuche wurden in dieser Igelsaison 1.345 Km verfahren. Bei den Spritpreisen kann man in etwa ahnen, was das für Kosten verursacht hat. Für notwendige Medikamente schlugen 268,35 € zu Buche. Den Hauptanteil der uns entstandenen Kosten nahmen allerdings die Futterkosten ein. Da sind dann entstandene Telefonkosten von 60 € schon fast kaum der Rede wert. Und auch die sogenannten Nebenkosten für Porto, Bürobedarf und andere notwendigen Ausgaben machen da nur geringfügige Kosten aus. Fakt bleibt aber, dass uns die Igel-Beratung und Pflege insgesamt 2.118,34 € verursacht hat. In der zurückliegenden Igelsaison ist es aber besonders erfreulich, dass diesen Kosten auch etliche € Spenden erreichten. In der Endabrechnung konnten damit diesmal fast 85 % der Aufwendungen abgedeckt werden.

Dafür möchten wir uns an dieser Stelle ganz besonders bedanken!

Das gibt uns den Ansporn, auch in der neuen Igelsaison 2008/2009 weiterhin aktiv zu bleiben. Wir müssen aber unbedingt für die Zukunft erneut darauf hinweisen: Die Igel-Beratungsstelle ist kein eingetragener Verein. Zuwendungen sind daher nicht steuerlich absetzbar.

Wenn Sie unsere Bemühungen aber trotzdem unterstützen würden, sagen wir schon jetzt an dieser Stelle im Namen von pflege- und hilfsbedürftigen Igel recht herzlich

Danke schön